Wohnen in der eigenen Familie

Ein Zusammenleben von Jung und Alt setzt voraus, dass die bisherige Beziehung zwischen Eltern und Kindern weitgehend ausgeglichen ist und sich Konflikte im normalen Rahmen bewegen. Pflegt man einen respektvollen Umgang untereinander, dann sind die Chancen groß, die Situation zu meistern; trotzdem werden Hürden entstehen, die es zu überwinden gilt.

Damit das Wohnen mit der Familie klappt, sollten alle Beteiligten Ihre Position definieren und im Gespräch miteinander die eigenen Grenzen darlegen. Dabei sollte man die Veränderungen im zunehmenden Alter und Möglichkeiten der Entlastung des Pflegenden klären. Auch praktische Aspekte sollten bedacht werden: Eine Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben ist sicherlich, dass der Wohnraum geeignet ist und alle eine Möglichkeit zum Rückzug haben.

Entstehen zwischenmenschliche Probleme, dann wird die Situation oft schwierig – besonders wenn man räumlich verbunden und körperlich oder finanziell abhängig ist vom Anderen. Bei zunehmender Schwäche oder fehlender Mobilität nimmt die körperliche und seelische Abhängigkeit noch zu. Auch eine physische Überlastung des Betreuenden kann auftreten. Wenn man sich im Vorfeld schon auf Schwierigkeiten einstellt, sind diese Situationen in der Regel gut zu meistern.

Tipp:

  • Wenn Sie sich vorstellen können, im Alter bei einem Ihrer Kinder zu wohnen: Haben Sie dieses Thema mit den Kindern besprochen oder setzen Sie voraus, dass diese im Falle des Falles „ihre Pflicht tun“? Fragen Sie sich ehrlich wie realistisch Ihr Wunsch einzuschätzen ist. Sind Ihre Kinder überhaupt in der Lage, Sie aufzunehmen? Welche Konsequenzen hätte das für diese – organisatorisch, emotional und finanziell? Wie würden Sie damit umgehen, wenn Ihre Kinder sich außer Stande sähen, Sie aufzunehmen?
  • Wenn Sie dieses Thema mit Ihren Angehörigen besprechen wollen, achten Sie darauf, dass das Gespräch nicht nebenbei, zwischen Tür und Angel, stattfindet. Vereinbaren Sie stattdessen einen Termin mit Ihren Kindern/Eltern und sprechen Sie Ihre Wünsche und Ängste offen aus. Eine Ablehnung – egal von welcher Seite – muss die Beziehung nicht belasten. Es gibt Alternativen zum Gemeinsamen Wohnen unter einem Dach. Lassen Sie sich beraten.
  • Wenn beide Seiten gewohnt waren, ein sehr eigen bestimmtes Leben zu führen, sollte ein für beide Parteien akzeptabler Rahmen für das gemeinschaftliche Leben vereinbart werden. Eine Schwiegertochter muss z.B. nicht automatisch ihr eigenes Leben aufgeben. Besonders wichtig ist aber, dass gemeinsame Aktionen stattfinden: Das kann eine feste Mahlzeit genauso sein wie ein ritueller Fernsehabend oder ein Ausflug ins Theater.
  • Es ist sinnvoll, dass jede Partei Ihren eigenen Telefon-/Internet- und Fernsehanschluss hat. Sowohl Gesprächsthemen als auch Fernseh-, Aufsteh- und Zubettgeh-Zeiten variieren zwischen den Generationen zum Teil erheblich. Da hilft es wenn sich jeder bei Bedarf zurückziehen kann.

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