Hilfe für pflegende Angehörige

Die Pflege eines alten oder kranken Menschen kann über Jahre gehen, dabei kräftezehrend und häufig auch psychisch anstrengend sein. Man selbst wird dabei nicht jünger. Handelt es sich um eine 24-Stunden-Pflege, kommt man selbst nicht mehr vor die Tür, muss Einladungen ausschlagen und Bekannte vermeiden vielleicht Besuche, weil sie nicht mit dem Pflegebedürftigen umgehen können. Isolation, Depression, der Verlust der eigenen Lebensfreude, aber auch Aggression und Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen können die Folge sein.

Niemandem ist damit gedient – auch nicht dem Pflegebedürftigen – wenn die Pflege eines Angehörigen zu einer übergroßen Belastung für den Pflegenden wird und dessen Leben nur noch aus Sorge für den Anderen besteht. Gut pflegen kann nur, wer sich selbst auch pflegt. Dazu gehört, sich die Probleme von der Seele zu reden, im Gespräch mit Anderen Lösungsmöglichkeiten zu suchen und so den Kreislauf eines pausenlosen Einsatzes zu durchbrechen.

Jeder Mensch hat Grenzen der Belastbarkeit. Das ist normal und kommt auch bei Fachkräften vor. Ziehen Sie rechtzeitig die Notbremse: Denken Sie daran, dass es Beratungsstellen für pflegende Angehörige gibt, außerdem Hotlines, Notfallhilfen und Selbsthilfegruppen. So gelingt es Ihnen, wieder Licht im Tunnel zu sehen, den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben und letztendlich Ihre eigene seelische und körperliche Gesundheit zu erhalten.

TIPP: Beratungsstellen für pflegende Angehörige, z.B. beim DRK

Tipps für die Hilfe für pflegende Angehörige:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für pflegende Angehörige, um entlastet zu werden:

  • Pflegen Sie auch nach Aufnahme eines älteren Familienangehörigen in Ihrer Familie Kontakte außerhalb der Lebensgemeinschaft. Damit bleiben Sie unabhängig und haben bei Überlastung oder Problemen Ablenkung und eine Energiequelle fernab vom gewohnten Tagesablauf.
  • Manchmal hilft ein Austausch mit anderen Betroffenen, um sich erleichtert und nicht mehr alleine mit seiner Wohn- oder Pflegesituation zu fühlen. Anlaufstellen können z.B. Beratungsstellen, Internet-Chats, Stammtische von Pflegenden oder Selbsthilfegruppen sein. Werfen Sie einen Blick in unsere Datenbank, um entsprechende Kontakte zu finden.
  • Manche Pflegende brauchen einfach einmal Pause in Form eines Urlaubs. Hier kann durch einen Kurzzeit-Pflegeplatz geholfen werden. Wenn man weiß, dass der Pflegebedürftige während der eigenen Abwesenheit in guten Händen ist, kann ein Urlaub wahre Wunder vollbringen und man kommt erholt und motiviert wieder nach Hause zurück.
  • Es gibt eine Reihe von Angeboten, die einen gemeinsamen Urlaub von Pflegendem Angehörigen und Pflegebedürftiger Person möglich machen. Spezielle Anbieter bieten eine Entlastung, indem sie während des Urlaubs den Pflegenden in der Pflegetätigkeit vertreten. Entweder steht Fachpersonal im Haus zur Verfügung oder es gibt eine Partnerschaft mit einem ambulanten Pflegedienst, der nach Absprache ins Urlaubshaus kommt und die täglichen Aufgaben übernimmt. Werfen Sie hierzu einen genaueren Blick auf das Thema Urlaubsgestaltung innerhalb des Portalbereiches Freizeit oder nutzen Sie die Suchfunktion des Portals.

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